Die Clownshow in Europa setzt sich fort. Offenbar kennen vor allem die Deutschen nur ein Rezept: Sparen!
Wie Krugman sagt, scheint in Deutschland (Volks-)Wirtschaftspolitik als Tugendspiel angesehen wird: Wenn du zu viel Schulden gemacht hast, dann musst du jetzt leiden.
Zumindest einer scheint zumindest den Geldpolitischen Aspekt zu verstehen:
Bei dieser aufgeregten Diskussion ist es wichtig, zunächst zwischen zwei unterschiedlichen Problemfeldern zu unterscheiden. Auf der einen Seite ist zu prüfen, wie sich die Anleihekäufe auf die Geldpolitik der EZB und damit auf ihr Hauptziel der Preisstabilität auswirken. Auf der anderen Seite muss man sich fragen, welche Anreize davon auf die Fiskalpolitik in den Mitgliedsländern ausgehen. Dadurch können sich mittelfristig allerdings ebenfalls nachteilige Auswirkungen auf die Preisstabilität des Euro-Raums ergeben.
Und die Preisstabilitaet? Haengt u.a. von der Geldmenge ab:
So war vor einem Jahr der Anleihebestand der EZB um rund 100 Milliarden Euro geringer als heute. Dafür lagen die Refinanzierungskredite rund 80 Milliarden Euro höher. Zudem nutzt die EZB die Möglichkeit, die Liquidität der Banken über verzinsliche Termineinlagen zu sterilisieren. Auf die Kreditvergabe der Banken haben die Anleihekäufe bisher keinen expansiven Effekt ausgeübt. Die Zuwachsrate der Kredite an den Privatsektor ist mit derzeit 2,4 Prozent im Vorjahresvergleich weiterhin sehr schwach und die von den Privaten gehaltene Geldmenge wächst mit derzeit zwei Prozent deutlich schwächer als der von der EZB angestrebte Referenzwerte von 4,5 Prozent.
Da gibt es eben die bekannte Gleichung des Austauschs: M*v=P*Y, also Geldbestand/-angebot mal Umlaufgeschwindigkeit ist Preisniveu mal Gueterangebot. Denkt man, dass sich nur das Geldangebot aendert, muss die andere Seite der Gleichung entweder durch geaendertes Angebot oder Preise aendern. Schneller geht's halt ueber Preise.
Ich glaube es war Steinbrueck im Dezember 2008, der vom krassen Keynesianismus sprach. Wer allerdings glaubt, dass mehr Geld immer hoehere Preise nach sich zieht, ist dem krassen Klassizismus verfallen. Leider sehen das auch etablierte Oekonomen aehnlich. Aber es ist einfach krank: Wer nur mal kurz ueber Griechenland und anderswo liest, weiss, dass das Gueterangebot/Nachfrage erheblich gesunken ist. Es liegt auch nahe, dass die Umlaufgeschwindigkeit gesunken ist. Um also das Preisniveau einigermassen stabil zu halten und nicht in Deflation zu verfallen, muss die Geldmenge stark steigen.
Wer denkt, dass es gut ist, dass das Gueterangebot stark zurueck geht, findet es wohl auch gut, dass wir mit Massenarbeitslosigkeit leben muessen. Und das ist pervers.
Deshalb habe ich wenig Verstaendnis wenn dann da sowas steht:
Problematischer sind die Auswirkungen auf die fiskalische Disziplin im Euro-Raum.
Der schreibt auch noch gute Sachen, aber es ist schon schwach.