Es haben einige das Wort Zombie im wirtschaftlichen Zusammenhang benutzt, aber bisher habe ich niemanden die Situation der Unternehmen hier so beschrieben gesehen. Stephen Roach von Morgan Stanley sagt, dass Unternehmen,nicht nur Banken, die wandelden Leichen sind.
In Deutschland gab es Schaeffler, aber ganz so schlimm ist es in den meisten Faellen von teuren Zusammenschluessen nicht gekommen. Mein Verdacht war schon seit einiger Zeit, dass die Bilanzen mit hohen Bewertungen stark geschoent werden.
Unter anderem denke ich da an "Good Will": Uebernahme Ziele werden ja ueber dem Marktpreis gekauft und die Differenz zwischen Kauf- und Markpreis wird als Good Will in der Bilanz erlaubt. Man wuerde denken, dass so was schnell abgeschrieben werden muesste.
Der andere Aspekt ist, dass die Privatwirtschaft (Haushalte und Unternehmen) zu grosse Schulden haben. Die muessen abgebaut werden. Im Zweifel, nach nicht-Keynesianischer (deutscher?) Analyse, ist das mit grosser wirtschaftlicher Schwaeche (unzureichende Nachfrage, hohe Arbeitslosigkeit) verbunden. Demnach muessen die Menschen leiden weil es nicht anders geht.
Roach ist allgemein ein Guter, aber das ganze hoert sich zu sehr nach Schumpeter (in USA denkt man ann Herbert Hoover, Praesident zu Anfang der Weltwirtschaftskrise der aehnlich wie Bruening die Wirtschaft ruinierte) an. Er ist da nicht so definitiv, aber es scheint, als ob Roach das Leiden als unabweichlich ansaehe.
Leute wie Krugman, und wohl auch der verstorbene Friedman, sehen das nicht so. Wirtschaft ist nicht mit Moralitaet verbunden (nur weil wir kollektiv zu viel privaten Kredit aufgenommen haben muessen nicht 15 Millionen Amerikaner arbeitslos sein). Man kann die Schulden auf den Staat uebertragen. Zentralbanken koennen einen grossen Teil uebernehmen ohne Hyperinflation auszuloesen. Auch kann maessige Inflation den realen Wert der Schulden mindern und schneller zu hoeherer Nachfrage fuehren (im Deflationaeren Zusammenhang schwer ohne Fiskalpolitik zu erreichen).
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