Die Ueberschrift hatte mich ja recht optimistisch gestimmt, aber was sind denn die Lehren aus der Weltwortschaftskrise?
Komischer Weise ist der Autor (Ulrich Schaefer) gar nicht daran interessiert was die Lehren von damals sind. Klar, Finanzmaerkte muessen reformiert werden. Aber mehr der Zukunft wegen, als der Gegenwart. Und wegen des Missverstaendnisses dies:
Wenn die Welt aus dieser Krise die richtigen Konsequenzen ziehen will, müssen die Staaten nicht bloß ihre Schulden wieder reduzieren.
Ein voellig misslungener Satz der so aussehen sollte: Wer die richtigen Konsequenzen zieht, laesst die Schulden der Staaten anwachsen. Und das Fazit ist auch eher schwach:
Wie 1931 sind alle zu schnell zur Tagesordnung übergegangen; wie damals werden wieder Fehler gemacht, wenn auch andere. Vor allem aber: Es fehlt die Bereitschaft (und der gemeinsame Wille), die richtigen Lehren zu ziehen.
Was dann wirklich die Krise ueberwunden hat war dann halt der Krieg, nicht die besser geordneten Finanzmaerkte. In Zeiten in denen Resourcen (sprich Arbeitnehmer) massiv unterbeschaeftig sind und private Marktteilnehmer zu hoch verschuldet sind um Nachfrage herzustellen, muss der Staat nachfragen.
Und was waere besser, als massiv Investitionen fuer das Allgemeingut zu taetigen, als Waffen herzustellen um eben jenes zu zerstoeren?
Sicher sind da bestimmte Probleme die nicht ganz leicht zu loesen sind. Die Verschuldung einzelner Staaten ist zu hoch und im Eurosystem nicht zu loesen. Aber Zentralbanken koennen da helfen (die EZB, und wo ist sie denn, die Inflation?), und das beste Ordnungswerkzeug fuer Finanzmaerkte: Lasst die Banken pleite gehen und uebernehmt sie dann.
In den USA uebernimmt das die Federal Deposit Insurance Corporation (Bankeinlagenversicherung). Und die uebernommenen Banken koennen dann wieder Kredite vergeben. Aber Aktionaere und Management verschonen ist ganz falsch.
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